Mittwoch, 20. Juni 2012

Tabeltop's gekaufter Erfolg

Wenn ihr Tabletop noch nicht kennt, wird es allerhöchste Zeit: In dieser noch recht neuen Internetsendung stellt Wil Wheaton (Schauspieler und mehr, unter anderem bekannt aus Big Bang Theory) gemeinsam mit wechselnden ebenfalls prominenten Freunden ausführlich während des Spielens und dabei in bester Qualität ausgewählte Gesellschaftsspiele vor. Verwunderlich daher vor allem das Ende jeder einzelnen Episode, wo Wheaton dem Gewinner eine Siegestrophäe vermacht, diese aber sofort wieder zurückfordert, da die Sendung ja über nahezu kein Budget verfüge.

In einem Blog berichtet Scott Thorne nun über den wahren Hintergrund der Produktion: Angeblich sei die ganze Sendung aus einer Idee des Großkonzerns Google enstanden, welcher versuche, qualitativ hochwertige Formate auf ihrem Videoportal Youtube anzubieten um von eher mageren Nutzerinhalten wegzukommen. So sei die Sendung mit etwa um die 100 Millionen Dollar finanziert und mit Produzenten und Schreibern besetzt worden. Die Sendung sei ähnlich einer Fernsehproduktion am Stück abgedreht worden, 20 Episoden seien bereits fertig und würden bis  Anfang 2013 laufen - die Aufnahmen dieser kompletten ersten Staffel wären bereits nach 10 Tagen im Kasten gewesen, 2 Folgen am Tag zu je etwa 6 Stunden. Und ich hatte schon ganz im Ernst gedacht, der gute Wil und alle seine Freunde spielen einfach gerne Gesellschaftsspiele und hätten ohnehin genug Geld, sodass sie einfach mal ganz unverbindlich eine nette kleine Sendung über ihr Hobby drehen würden. Naja, jedenfalls brauchen mir meine Videos nun keinesfalls mehr peinlich sein, ich bekomme dafür direkt nämlich NICHTS. Mir würde auch eine einzige Million schon reichen um die Videos deutlich zu verbessern und ein paar coole Freunde zu kaufen...

Quelle: BoardGameGeek News

Kommentare:

  1. Achtung, die 100 Millionen sind insgesamt für die 100 neuen Kanäle von YouTube, darunter eben auch TableTop bzw Geek&Sundry.
    Damit will die Seite sich als ernste Alternative zum Fernsehen präsentieren, mit Nischenkanälen in guter (da bezahlter) Qualität.

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    1. Woher hast du die Info? So wie ich es aus der Neuigkeit von BGG lese, sind die 100 entweder für Tabletop allein oder für GeekandSundry allgemein, was ja ein paar mehr Sendungen als nur Tabletop unter einem Dach vereint. Wie man am Konjunktiv ablesen kann, habe ich den Blogeintrag aber ohnehin ja ersteinmal sehr vorsichtig interpretiert. Bemüht man Google, so findet man aber tatsächlich etwas zum grundsätzlichen Bestreben dem Fernsehen zu konkurrieren, mit einer Investition von 100 Millionen Dollar... die Zahl ist also wirklich etwas wackelig! So oder so, aus komplett eigenem Antrieb sind die Sendungen jedenfalls nicht entstanden, und auch ist die Qualitätsfrage nun geklärt.

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  2. Natürlich steckt hinter Tabletop ein komplettes Produktionsteam, das war aber doch auch nie anders angekündigt, oder?
    Das Prinzip nennt sich Premium Channel und wurde bei Youtube letztes Jahr eingeführt. Wobei Geek & Sundry der einzig lohnenswerte ist.
    Falls man sich für den ganzen Hintergrundkram interessiert kann ich Folge 79 vom "On Board Games"-Podcast vom 16. April empfehlen. Da ist die Produzentin von Tabletop und erklärt was zur Entstehung und ein paar Anekdoten von der Produktion der ersten Staffel.

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